Acht Punkte, die den Unterschied machten – Luchse halten in Freiburg dagegen, belohnen sich aber nicht
Eisvögel USC Freiburg – TK Hannover Luchse 83:75 (25:20, 19:12, 15:23, 24:20)
Manchmal erzählt ein Endergebnis nur die halbe Geschichte. 83:75 klingt nach einem relativ souveränen Freiburger Heimsieg. Doch wer nur auf die acht Punkte Unterschied schaut, verpasst, was sich am Samstagabend im Uni-Dome tatsächlich abgespielt hat: ein Spiel mit wechselnden Momenten, einer starken hann
overschen Aufholjagd und einer Entscheidung, die erst im Schlussviertel fiel.
Die TK Hannover Luchse mussten sich den Eisvögeln USC Freiburg am sechsten Spieltag der Toyota DBBL mit 75:83 geschlagen geben. Dabei bewiesen die Niedersächsinnen durchaus, dass sie auch auswärts gegen einen ambitionierten Gegner mithalten können. Was am Ende fehlte, war die letzte Konsequenz, um aus einer starken Phase etwas Zählbares zu machen.
Freiburg setzt früh den Ton
Die Gastgeberinnen fanden zunächst besser in die Partie. Mit 25:20 ging das erste Viertel an Freiburg. Auch im zweiten Abschnitt gelang es den Eisvögeln, ihren Rhythmus beizubehalten. Hannover hatte Schwierigkeiten, die Freiburger Offensive über längere Phasen zu kontrollieren, während die Gastgeberinnen ihren Vorsprung bis zur Halbzeit auf 44:32 ausbauten.
Zwölf Punkte Rückstand – eine schwierige Ausgangslage, aber noch lange kein Grund, die Partie abzuschreiben.
Das dritte Viertel gehört den Luchsen
Nach dem Seitenwechsel zeigte Hannover ein anderes Gesicht. Die Luchse kamen mit deutlich mehr Energie zurück aufs Parkett und machten klar, dass sie sich in Freiburg nicht kampflos geschlagen geben wollten.
Mit 23:15 entschieden sie das dritte Viertel für sich. Der Rückstand schrumpfte auf nur noch vier Punkte. Plötzlich war die Begegnung wieder völlig offen.
Es war genau diese Phase, in der Hannover seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellte. Die Mannschaft kämpfte sich zurück und brachte die Gastgeberinnen spürbar unter Druck.
Die Distanz als entscheidender Unterschied
Ein Blick auf die Statistik offenbart einen wichtigen Aspekt dieser Begegnung: Von jenseits der Dreierlinie fanden beide Teams nur selten ihr Ziel. Freiburg traf vier von 15 Versuchen, Hannover lediglich drei von 22.
Gerade für die Luchse war diese Quote ein Faktor. Trotz guter Ansätze und einer engagierten Aufholjagd fehlten die erfolgreichen Distanzwürfe, um den Freiburger Vorsprung endgültig zu kippen.
Auch bei den Zweipunktewürfen hatten die Gastgeberinnen mit 50 Prozent gegenüber 45,3 Prozent die etwas bessere Ausbeute. Hannover holte zwar mehr Offensivrebounds, konnte diesen Vorteil aber nicht ausreichend in zusätzliche Punkte ummünzen.
Im Schlussviertel fehlt der letzte Schritt
Mit dem knappen Rückstand ging es in die letzten zehn Minuten. Jetzt war alles möglich. Doch Freiburg behielt die Nerven und fand die besseren Antworten auf Hannovers Aufholbewegung.
Das Schlussviertel ging mit 24:20 an die Eisvögel. Damit sicherten sich die Gastgeberinnen einen 83:75-Erfolg und verhinderten, dass die Luchse ihre starke Phase aus dem dritten Viertel mit einem Auswärtssieg krönen konnten.
Auf hannoverscher Seite ragte Prencis Harden mit 23 Punkten heraus. Sie war damit die erfolgreichste Werferin der Luchse und hielt ihr Team offensiv im Spiel. Nora Francois steuerte 14 Punkte bei.
Mehr als nur eine Niederlage
Für die TK Hannover Luchse ist dieses Ergebnis sicherlich enttäuschend. Gerade nach der starken Reaktion im dritten Viertel dürfte die Erkenntnis bleiben, dass in Freiburg durchaus mehr möglich gewesen wäre.
Die Partie zeigte allerdings auch zwei Seiten der Mannschaft: Einerseits die Fähigkeit, nach einem deutlichen Rückstand zurückzukommen. Andererseits die Schwierigkeit, über 40 Minuten konstant genug zu agieren, um einen solchen Gegner tatsächlich zu bezwingen.
Acht Punkte fehlten am Ende zum Erfolg. Acht Punkte, die nicht allein in den letzten Minuten verloren gingen, sondern deren Grundlage bereits in der ersten Halbzeit gelegt wurde.
Die Luchse nehmen aus Freiburg keine Punkte mit, aber eine wichtige Erkenntnis: Das Potenzial, auch auswärts Druck auf einen Gegner auszuüben, ist vorhanden. Jetzt geht es darum, diese Leistung über die gesamte Spielzeit auf das Parkett zu bringen.
Endstand: Eisvögel USC Freiburg – TK Hannover Luchse 83:75.




Kommentare