SKYLINERS treffen nur 29 Prozent aus dem Feld, holen sich aber 17 Offensiv-Rebounds

Löwen News

Im letzten Oktoberspiel und vor der nun anstehenden Länderspielpause haben die Basketball Löwen Braunschweig ihren heiß ersehnten ersten Saisonsieg auswärts bei den FRAPORT SKYLINERS geholt. 61:59 (30:22) endete die Partie vor 4.400 Zuschauern in der Frankfurter Ballsporthalle zugunsten der Löwen – und das Ergebnis sagt bereits aus, dass die Partie offensiv mitunter keine leichte Kost war. Auf Frankfurter Seite lag das zum Teil an einer sehr guten Braunschweiger Verteidigung. Allerdings war die Trefferquote der Hessen mit 29 Prozent aus dem Feld insgesamt auch sehr schwach. Das führte bereits im ersten Viertel dazu, dass die Löwen sich eine Zehn-Punkte-Führung erspielten, zumal sie gut aus dem Zweierbereich trafen. Aber „es gab viel zu viele Fehler, auch wenn man den Willen gesehen hat“, sagte Löwen-Headcoach Jesús Ramírez nach dem Spiel, in dem seine Mannschaft weiterhin mit der Quote von der Dreierlinie haderte (13 Prozent). So kamen die SKYLINERS angeführt von JJ Frazier (17 Punkte) heran, wenngleich die Löwen ab der 4. Spielminute und bis auf einen Gleichstand Ende des dritten Viertels immer vorne lagen. So auch im letzten Viertel, indem sie in der 36. Minute mit 13 Punkten führten. Doch die Partie wurde aufgrund diverser Löwen-Fehler wieder eng und entschied sich an der Freiwurflinie. Hier behielt Topscorer David Krämer (17 Punkte) die Nerven und traf drei von vier Würfen zum wichtigen Sieg. Ondrej Sehnal musste weiterhin mit Knieproblemen pausieren.

Nach Startschwierigkeiten und zwei frühen Fouls von Benedikt Turudic fanden die Löwen über gute Defensivaktionen ins Spiel. Die engagierte Verteidigungsleistung zeigte sich unter anderem in sechs geblockten Würfen, die die Löwen bereits im ersten Viertel auf ihrem Konto verbuchten. Aber auch vorne flutschte es zunehmend besser, da wurden die Löwen um Jilson Bango und Sananda Fru in Korbnähe immer dominanter. Das Resultat war ein 15:0-Lauf von Amaize und Co. zum 15:5 (6. Min.). Danach kam der Offensivmotor allerdings ins Stocken: Allein in den letzten zwei Minuten des Viertels verloren die Löwen viermal den Ball. Aber auf ihr defensives Bollwerk war weiterhin Verlass. Für die SKYLINERS gab es kaum ein Durchkommen, sie trafen in den ersten zehn Minuten auch nur zwei Würfe aus dem Feld (10 Prozent). Die Löwen hatten aus dem Zweierbereich 55 Prozent verwandelt und gingen mit einer 17:7-Führung ins zweite Viertel.

Hier blieb das Ramírez-Team am Drücker und setzte sich in Windeseile auf 24:9 ab. Für die Hausherren war es trotz ihrer Überlegenheit beim Offensiv-Rebound nach wie vor schwer gegen die kompakte Löwen-Verteidigung. Bis zur 16. Minute hatten die SKYLINERS nur sechs weitere Punkte erzielt, und zwar von der Freiwurflinie. Die Löwen verpassten es jedoch, diese Phase besser auszunutzen und ihren Vorsprung auszubauen. Das lag einerseits an schlechten Entscheidungen und andererseits daran, dass die Frankfurter unter dem Korb dicht machten und die Löwen damit zwangen, von außen zu werfen. Im ersten Viertel hatten sie nur dreimal von der Dreierlinie geworfen, im zweiten Abschnitt waren es neun Würfe, von denen aber nur zwei durch die Reuse fielen. Einen davon versenkte Robin Amaize zum 29:13 (17. Min.), doch gehörten die anschließenden Minuten den Frankfurtern. Die robbten sich durch einen 9:1-Lauf heran, womit die Löwen nur noch einen Acht-Punkte-Vorsprung mit in die Halbzeitpause nahmen (30:22).

Wie gut der defensive „Gameplan“ in der ersten Spielhälfte dennoch für die Löwen aufgegangen war, zeigte ein Blick auf die Statistik: Die beiden Frankfurter Topscorer Martinas Geben und Laurynas Beliauskas standen bei null Punkten. Das sollte sich jedoch im dritten Viertel ändern. Geben kam ebenso wie Guard JJ Frazier besser ins Spiel, holte Offensiv-Rebounds und hatte die SKYLINERS mit einem Dreipunktespiel auf 36:32 herangeführt (25. Min.). Aber die Löwen zogen in dieser physischen, kampfbetonten, aber offensiv mauen Begegnung auch wieder energischer zum Korb, erarbeiteten sich durch van Slooten, Bango und Fru wichtige zweite Chancen und konnten ihre mittlerweile knappe Führung behaupten. Eine Ausnahme war die 29. Minute, in der das Ramírez-Team den Ausgleich kassierte (40:40). Aber die Löwen zeigten hierauf eine gute Reaktion und gingen mit einer 46:41-Führung ins letzte Viertel.

Hobbs und Co. nahmen diesen Schwung mit und setzten sich durch starke Aktionen von Jilson Bango am offensiven Brett auf 50:41 ab. Luc van Slooten erhöhte den Vorsprung anschließend sogar wieder in den zweistelligen Bereich (52:41), den die Löwen bis zur 37. Minute hielten (58:48). Daran hatte auch Topscorer David Krämer großen Anteil, der im zweiten Viertel unangenehm auf das Steißbein gefallen war, die Zähne zusammenbiss und mit allem, was er hatte, zum Korb zog. Doch wurde es nochmal eng, weil Geben und Frazier für ihr Team übernahmen und die Löwen im Gegenzug offensiv sehr fahrig agierten. In der 39. Minute lagen sie nur noch mit 58:56 vorne, als David Krämer an die Freiwurflinie ging. Er traf beide, aber im direkten Gegenzug netzte Frazier vom Perimeter ein: 60:59. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch sechs Sekunden auf der Spieluhr und Krämer wurde wieder an die Freiwurflinie geschickt. Hier reichte jetzt ein verwandelter Wurf, denn die letzte Aktion der SKYLINERS blieb ohne Erfolg und damit stand der erste und hart erkämpfte Saisonsieg der Löwen fest!

Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Es war ein taffes Spiel in einer tollen Basketball-Atmosphäre. Die Fans waren heute großartig. Sie haben leider ein Spiel gesehen, dass kein sehr schönes war. Es gab viel zu viele Fehler, auch wenn man den Willen gesehen hat. Andererseits hatten wir auch schon schöne Spiele, die wir dann verloren haben. Am Ende müssen wir einfach cleverer sein, wenn wir mit zehn Punkten führen. Aber wir haben daraus hoffentlich viel gelernt. Es war für uns nicht leicht, nach fünf Niederlagen in Folge mit Selbstvertrauen rauszukommen. Aber wir haben unseren Plan für das Spiel gut ausgeführt und müssen weiterhin besser und besser werden.“

Geert Hammink (FRAPORT SKYLINERS): „Glückwunsch und Gratulation an Braunschweig zum verdienten Sieg. Vor einer Woche standen wir noch bei null Siegen, ich kann also gut nachvollziehen, wie es ihnen heute geht. Sie waren heute einfach besser. 4400 Menschen kamen heute zu unserem Spiel. Haben sich Zeit genommen, haben eine Stunde oder länger im Auto gesessen, um zu unserem Spiel zu kommen. Haben ihre Freizeit für uns verwendet. Und wir zeigen eine peinliche Leistung. Ich sage bewusst ´Wir´ und meine damit die Spieler und uns Trainer. Sie haben mehr gearbeitet als wir, sie waren physischer und wir hatten nichts entgegenzusetzen. Wir haben es geschafft, 71% unserer Würfe zu verfehlen. Ein Teil davon ist sicher Braunschweigs Einsatz geschuldet, aber die andere Hälfte der Würfe hätten wir treffen müssen. Wir müssen uns klar machen, dass diese Art Einsatz und Leistung nicht akzeptabel sind. Wir haben eine Menge Arbeit vor uns.“

Basketball Löwen: Aydinoglu n.e., Krämer 17 (6 Rebounds), N. Tischler 2 (5 Rebounds), van Slooten 8 (3 Assists), Bango 13 (10 Rebounds, 3 geblockte Würfe), Fru 5 (7 Rebounds), B. Tischler 2 (5 Rebounds), Amaize 7 (3 Ballgewinne), Hobbs 7 (5, Rebounds, 9 Assists), Turudic.

FRAPORT SKYLINERS: Wank 5, Haarms, Samare n.e., Beliauskas 3, Obiesie 7 (3 Assists), Geben 12 (8 Rebounds), Brenneke 4, Onyejiaka n.e., Robertson 7, Frazier 17 (3 Assists), Tubutis 4 (11 Rebounds), Adekunle n.e..


123 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen