Ramírez: „Habe Dinge gesehen, die mir gut gefallen haben“

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Es war die bisher beste Saisonleistung der Basketball Löwen Braunschweig, die sie am Samstagabend gegen den favorisierten Tabellenvierten Telekom Baskets Bonn gezeigt hatten. Zwar ging die Partie vor 2.252 Zuschauer:innen in der Volkswagen Halle mit 72:79 (36:40) verloren, allerdings hatte die Mannschaft von Headcoach Jesús Ramírez viele Dinge gut umgesetzt und vor allem defensiv eine gute Leistung gegen den offensivstarken Gegner gezeigt. „Wir waren bei den Rebounds besser, was den Einsatz, die gute Positionierung und einiges mehr verdeutlicht. Außerdem waren wir ruhig an der Freiwurflinie und haben von dort 81 Prozent getroffen“, nannte der Spanier nach dem Spiel weitere positive Punkte des Auftritts seiner Mannschaft. Die musste ohne den verletzten Ondrej Sehnal antreten (Knieprobleme) und hatte sich nach einem Zehn-Punkte-Rückstand im zweiten Viertel über ihre gute Verteidigung zurückgekämpft, das Spiel nahezu ausgeglichen gestaltet und insgesamt auch deutlich disziplinierter als in den Spielen zuvor agiert. Allerdings bereitete ihnen Bonns Nationalcenter Leon Kratzer enorme Probleme, der nicht zu stoppen war und 24 Punkte erzielte. Er hatte auch im letzten Viertel großen Anteil daran, dass die Löwen um ihren erneuten Topscorer David Krämer (20 Punkte) nicht mehr an den Gästen vorbeiziehen konnten und trotz großen Kampfes als Verlierer das Parkett verließen.

Der Start ins Spiel war für die Löwen nicht einfach, weil sie gleich Ballverluste hatten und Würfe vergaben. Die Bonner waren da deutlich fokussierter und erspielten sich das 2:7 nach gut drei Minuten. Doch mit einem Dreipunktespiel von David Krämer, der im Angriff darauf vom Perimeter nachlegte, schien der Knoten zu platzen. So waren sie nach sieben Minuten auf 11:12 am Tabellenvierten dran – bis Bonns Center Leon Kratzer übernahm. Am defensiven Ende ließ er die Löwen-Big Men nicht ins Spiel kommen und am offensiven Brett wurde er immer wieder in Szene gesetzt und war nicht zu halten. Er war in dieser Phase entscheidend dafür, dass die Löwen mit zehn Punkten in Rückstand gerieten. Allerdings spielten hierbei auch die insgesamt sechs Braunschweiger Ballverluste und die nur 33-prozentige Feldtrefferquote eine wichtige Rolle.

Aber die Löwen hatten im ersten Viertel auch allerhand richtig gemacht. So hatten sie sich fünf Offensiv-Rebounds gegriffen und den letztjährigen besten Offensivspieler TJ Shorts, der bisher 19 Punkte im Schnitt erzielt hatte, unter Kontrolle! Trotzdem gingen die Löwen mit 14:23 ins zweite Viertel und kämpften sich dann aber über ihre gute Verteidigung heran: Nach dem 16:26 in der 11. Spielminute ließen die Löwen minutenlang keine Gästepunkte mehr zu. Sie forcierten Bonner Ballverluste, spielten vorne abgeklärt und nutzten mehrfach ihre Größenvorteile gegenüber Shorts aus. Dem Ramírez-Team gelang in dieser Phase ein 11:0-Lauf zur 27:26-Führung und die Zuschauer waren aus dem Häuschen. Allerdings währte die Freude nicht lange, weil die abgebrühten Bonner Antworten fanden und sich über Kratzer, Shorts und Herrera doch wieder einen Vier-Punkte-Vorsprung zur Halbzeit geholt hatten (36:40).

Zurück auf dem Spielfeld suchten beide Mannschaften nach ihrem „Shooting Touch“. Von der Dreierlinie hatten sowohl die Löwen wie auch Bonner in der ersten Halbzeit unter 30 Prozent ihrer Würfe getroffen und die Quoten sollten nicht besser werden. Bei den Löwen dauerte es knapp drei Minuten, bis der gute Brandon Tischler (13 Punkte) einmal mehr beherzt zum Korb gezogen war und zum 38:43 traf. Diesen Rückstand versuchten die Löwen aufzuholen und zeigten enormes Engagement, was nicht zuletzt ihre weiterhin starke Arbeit bei den Offensiv-Rebounds untermauerte (15 nach 30 Minuten). Sie kamen nach einem Dreier von Braydon Hobbs (45:48) sowie einem Foul beim Dreierversuch von David Krämer (56:57) auch immer wieder näher heran, aber vorbei zogen sie nicht.

Folglich ging es mit 56:59 in die letzten zehn Minuten und es blieb eng. Benedikt Turudic erzielte zu Beginn des Viertels seine ersten Punkte, auf die sein unterm Korb dominierender Gegenüber Leon Kratzer sofort konterte. Gegen den Bonner Center, der in diesem Schlussviertel neun seiner insgesamt 24 Punkte erzielte, fanden die Löwen keine Mittel – und trotzdem taten sich die Gäste weiterhin gegen das bissige Ramírez-Team schwer. Das fiel allerdings in der 34. Minute auf 63:71 zurück und lag 70 Sekunden vor dem Ende noch mit fünf Punkten hinten (70:75). Um die Uhr möglichst schnell anzuhalten, foulten die Löwen und schickten Shorts an die Freiwurflinie. Der Bonner Anführer zeigte aber keine Nerven und führte dort die Entscheidung herbei.

Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Zunächst einmal Glückwunsch an Bonn. Es war kein schönes Spiel. Aber am Ende haben Basketball-Details das Spiel entschieden und das macht mich glücklich und stolz. Dieses Spiel ist ein weiteres in unserer Entwicklung. Wir waren bei den Rebounds besser, was den Einsatz, die gute Positionierung und einiges mehr verdeutlicht. Außerdem waren wir ruhig an der Freiwurflinie und haben von dort 81 Prozent getroffen. Wir hätten den Ball zu Beginn des ersten Viertels besser bewegen können. Aber grundsätzlich habe ich Dinge gesehen, die mir gut gefallen haben. Wir werden uns durch die Niederlagen nicht verrückt machen, sondern müssen unseren Kopf oben behalten, weiterarbeiten und nach vorne in Richtung des Frankfurt-Spiels gucken.“

Tuomas Iisalo (Telekom Baskets Bonn): „Es war ein typisches BBL-Spiel, es gibt in dieser Liga keine leichten Spiele oder leichte Gegner. Für mich ist es unglaublich, dass Braunschweig bei 0:4 steht. Sie spielen wirklich guten Basketball und waren in den Partien zuvor etwas unglücklich. Aber sie machen einen tollen Job. Dementsprechend haben wir ein schweres Spiel erwartet. Uns fehlt noch die Konstanz, um im oberen Teil von BBL-Teams zu sein. Wir sind nicht in der Lage, 40 Minuten guten Basketball zu spielen. Es ist ein wenig frustrierend, dass wir in den vergangenen beiden Spielen nicht mit unserer Identität gespielt haben. Wir hatten wenig Offensiv-Rebounds, wir geben viele Defensiv-Rebounds ab, unsere Transition ist sehr langsam, während die anderen Teams viel in der Transition gepunktet haben. Das sind für uns wichtige Punkte und wir müssen eine bessere Balance zwischen Halbfeld- und Umschaltspiel sowie bei den Rebounds finden. Aber solche Spiele sind im Verlauf einer Saison sehr wichtig, weil du einen Weg finden musst, um zu gewinnen, auch wenn du nicht gut spielst. Wir haben das heute geschafft, weil ich wir im Kader etwas mehr Erfahrung als Braunschweig und am Ende sehr gut verteidigt haben.“

Basketball Löwen: Krämer 20, N. Tischler 8 (3 Assists), van Slooten, Bango 7 (9 Rebounds), Fru 1, Göttsche, B. Tischler 13, Amaize 9 (3 Ballgewinne), Hobbs 10 (3 Assists), Turudic 4 (6 Rebounds).

Telekom Baskets Bonn: Shorts 15 (4 Assists), Ward 5, Ensminger n.e., Herrera 11 (3 Assists), Tadda, Malcolm 4, Morgan 5, Kratzer 24 (7 Rebounds), Williams 4, Delany 11 (7 Rebounds).



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