Ramírez: „Das Eins-gegen-Eins und die Offensiv-Rebounds waren der Schlüssel.“

Basketball Löwen News

3500 Zuschauer waren am heutigen Tag der Deutschen Einheit in die Volkswagen Halle gekommen, um die Basketball Löwen Braunschweig bei ihrem Saisonauftakt gegen die Würzburg Baskets zu unterstützen. Dieser Zuspruch war überwältigend, doch leider konnten die Fans keinen Sieg ihrer Löwen bejubeln: Die Mannschaft von Headcoach Jesús Ramírez verlor ihr erstes Saison- und Heimspiel mit 82:89 (38:39), was der Spanier maßgeblich an fehlender Energie und Physis festmachte. Die Löwen hatten zwar besser ins Spiel gefunden und nach dem ersten Viertel mit fünf Punkten geführt, bekamen aber die Offensiv-Rebounds der Gäste nicht in den Griff, die zudem immer zielsicherer wurden. Zur Halbzeit lag das Ramírez-Team knapp zurück und konnte die Entwicklung, die das Spiel im zweiten Viertel genommen hatte, auch nach der Pause nicht stoppen. Die Gäste zogen auf elf Punkte davon, weil sie besser trafen und die Rebounds kontrollierten. Im letzten Viertel bäumten sich die Löwen nochmal auf und kamen auf zwei Punkte heran, jedoch waren die Würzburger, die erst 48 Stunden zuvor gegen die Telekom Baskets Bonn verloren hatten, „abgezockter“ und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Bei den Löwen überzeugte Jilson Bango bei seinem BBL-Debüt mit 16 Punkten und neun Rebounds, Braydon Hobbs war Topscorer mit 18 Zählern. Für die Gäste waren C.J. Bryce und Stanley Whittaker mit je 19 Punkten am erfolgreichsten.

Beide Teams suchten zu Beginn den offensiven Rhythmus, bei den Löwen fiel vor allem von der Dreierlinie so gut wie nichts. Doch ab Mitte des Viertels kamen die Löwen, die auf ihre angeschlagenen Spieler Benedikt Turudic (Rückenprobleme) und Gian Aydinoglu (Oberschenkelverletzung) verzichten mussten, besser ins Laufen. Sie griffen in der Verteidigung zu und schalteten nach Ballgewinnen schnell in den Angriff um. Sieben Punkte erzielten sie auf diese Weise in Folge, insgesamt war es ein 11:0-Lauf durch den sich das Ramírez-Team angeführt von David Krämer auf 16:7 absetzte (8. Min.). Dabei setzte Robin Amaize seine Kollegen mehrfach gut am Brett in Szene, die starke 83 Prozent aus dem Zweierbereich trafen und mit 17:12 ins zweite Viertel gingen.

Die Würzburger um den ehemaligen Löwen Martin Peterka hatten in den ersten zehn Minuten nur magere 29 Prozent aus dem Feld getroffen, waren aber energischer, was sich unter anderem bei den Rebounds zeigte. Sechs Offensiv-Rebounds hatten sich die Gäste bereits geholt und schraubten im zweiten Viertel auch ihre Trefferquote nach oben. So war der Fünf-Punkte-Vorsprung schnell dahin – in der 13. Minute stand es 21:21. Die Löwen legten bei den Offensiv-Rebounds vor allem in Person des aktiven und energiegeladenen Jilson Bango eine Schippe drauf. Nur konnten sie davon kaum profitieren, weil ihre Würfe zunehmend seltener fielen. Zur Halbzeit hatten die Löwen weniger Rebounds, die schlechtere Feldtrefferquote und lagen knapp mit 38:39 zurück.

Nach der Pause agierten der bis hierhin erfolgreichste Löwe David Krämer (12 Punkte) und Co. erneut nicht physisch genug, was wiederholt zu zweiten Chancen der Gäste führte. Die Löwen gerieten deshalb schnell mit 41:46 ins Hintertreffen und mussten weiter abreißen lassen, weil sie Stanley Whittaker und Xeyrius Williams in den Folgeminuten nicht stoppen konnten. 45:54 stand es nach 26 Minuten, ehe die Löwen auf eine Auszeit von Jesús Ramírez eine gute Reaktion zeigten und Braydon Hobbs schließlich mehr Verantwortung übernahm. Er erzielte sechs Punkte in Folge und war entscheidend daran beteiligt, dass die Löwen auf 53:56 verkürzen konnten (28. Min.). Allerdings verlor sein Team dann mehrfach den Ball, was einen Würzburger 8:0-Lauf und den bis hierhin höchsten Löwen-Rückstand zur Folge hatte (53:64).

In die letzten zehn Spielminuten ging es beim Stand von 55:64. Beide Teams punkteten im Wechsel, defensive Stopps gab es selten. Deshalb kamen die Löwen bis zur 34. Minute auch nicht näher heran (62:72). Ramírez griff nochmals zur Auszeit, aus der wieder Braydon Hobbs sehr aktiv herauskam. Der Routinier traf sofort einen Dreier und legte wenig später nach fünf Punkten von Robin Amaize nochmals von ,Downtown‘ zum 73:77 nach (37. Min.). Das Publikum stand jetzt wie der sechste Mann hinter den Löwen, die sogar auf zwei Punkte herankamen und gefühlt das Momentum hatten. Doch genau in dieser Phase wurde ein technisches Foul gegen Luc van Slooten gepfiffen. Die Gäste konnten sich dadurch wieder etwas Luft verschaffen (75:80), agierten jetzt allerdings auch sehr kaltschnäuzig. Entweder trafen sie aus dem Eins-gegen-Eins oder eiskalt wie C.J. Bryce mit Ablauf der Wurfuhr per Dreier zum 77:83. An der Freiwurflinie gaben sie sich in der Endphase auch keine Blöße, während die Löwen hier einige Würfe liegen ließen. Damit stand die erste Heimniederlage in der Saison 2022/23 fest.

Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Glückwunsch an Würzburg für den verdienten Sieg. Würzburg hatte vor 48 Stunden ein Spiel und wir kamen aus zwei Trainingseinheiten, von denen ich dachte, wir hätten ein bisschen Energie gespart. Ich habe nicht erwartet, dass wir taktisch und offensiv sehr präzise spielen würden. Aber ich habe erwartet, dass wir mehr Energie als Würzburg haben und Kapital daraus schlagen können, dass sie gerade erst ein schweres Spiel hatten. Für mich waren das Eins-gegen-Eins und die Offensiv-Rebounds der Schlüssel. Man muss physisch spielen, um da besser zu sein und das waren wir heute einfach nicht. Sie haben viele Pull-Up-Würfe genommen und wir haben uns nicht darauf eingestellt. Ich hoffe wir verstehen, dass wir nicht physisch genug gespielt haben und machen es nächstes Mal besser. Zu guter Letzt möchte ich die beeindruckende Kulisse erwähnen. Es war die beste Atmosphäre, seitdem ich hier bin. Leider konnten wir das Spiel nicht für unsere Fans gewinnen, aber ich hoffe, sie werden uns weiterhin so toll unterstützen.“

Sasa Filipovski (Würzburg Baskets): „Es war heute eine schwere Atmosphäre für uns, weil die Halle sehr voll war und Braunschweig guten Basketball spielt. Es war ein ausgeglichenes Spiel, in dem kleine Details über den Sieg entschieden haben. Wenn du die Saison eröffnest, dann sind es meistens nervöse Spiele. Umso glücklicher bin ich, dass wir gewonnen haben. Wir kämpfen auch mit einigen Verletzungen und unser ältester Spieler ist 28 Jahre alt. Dementsprechend froh bin ich für unsere jungen Spieler, dass sie diszipliniert genug waren, um das Spiel zu gewinnen. Defensiv hatten wir vor allem im letzten Viertel unsere Probleme. Aber wir stehen noch am Anfang und haben eine Mannschaft, die noch viel lernen muss. Glückwunsch an meine Spieler und alles Gute für Braunschweig.“

Basketball Löwen: Krämer 14, N. Tischler 7 (5 Rebounds), van Slooten 9, Bango 16 (9 Rebounds), Fru 4, Göttsche 2, B. Tischler 3 (5 Rebounds), Sehnal 3, Amaize 6 (8 Assists), Hobbs 18 (5 Assists).

Würzburg Baskets: Bryce 19 (7 Rebounds), Böhmer 5, O. Williams 7, Whittaker 19 (4 Assists), Ndi n.e., Peterka 2, Hartwich 4, X. Williams 18 (8 Rebounds), Hunt 11 (3 Assists), Welp 4, Stanic.




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