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Peterka und Co. haben zehn Würfe mehr, treffen aber nur 40 Prozent

  • Peterka und Co. haben zehn Würfe mehr, treffen aber nur 40 Prozent

 

Die Basketball Löwen Braunschweig sind im dritten Spiel in Folge als Verlierer vom Parkett gegangen. Bis zur Halbzeit sah es noch gut aus. Da waren die Löwen gut bei den Bamberg Baskets im Spiel und hätten führen können, wenn sie nicht nur 21 Prozent ihrer Dreier getroffen hätten. Stattdessen ging es ausgeglichen mit 41:41 ins dritte Viertel, in das die Mannschaft von Headcoach Jesús Ramírez auch sehr stark startete und sich durch drei Dreier in Folge auf neun Punkte absetzte. Doch dann verloren die Löwen gänzlich ihren offensiven Rhythmus und hatten auch defensiv keinerlei Zugriff mehr auf das Spiel. Das nutzten die energiegeladenen Gastgeber angetrieben von 4.647 Zuschauenden in der Brose Arena aus. Die kamen zuerst heran, ließen zum Viertelende einen 12:0-Lauf folgen und entschieden den dritten Abschnitt deutlich mit 26:15 für sich. Davon erholten sich die Löwen nicht mehr, die nach zwischenzeitlichem 20-Punkte-Rückstand mit 78:92 (41:41) unterlagen. Kapitän Martin Peterka war mit 14 Punkten Topscorer, bei den Bambergern überragte Zach Copeland mit 27 Zählern.

 

Der Start ins Spiel erinnerte zunächst etwas an die letzte Niederlage der Löwen gegen die Tigers Tübingen: Nach vier Minuten lag das Ramírez-Team mit 2:11 hinten und war nach dem Anfangskorb über drei Minuten ohne Erfolg geblieben. Aber Brandon Tischler brachte seine Mannschaft mit einem sehenswerten Dunk offensiv wieder in die Spur und die kam dann – so wie sich die Löwen das vorgenommen hatten – über starke Defensivaktionen ins Spiel. Unter anderem Sananda Fru sorgte mit geblockten Würfen für wichtige Impulse. Aber der Löwen-Youngster punktete auch und war neben einer guten Team-Dreierquote (50 Prozent) entscheidend daran beteiligt, dass seine Mannschaft nach zehn Minuten mit 23:22 vorne lag.

 

Und die Löwen machten so weiter. Zu der defensiven Entschlossenheit kamen die sehr gute Arbeit am offensiven Brett und eine gewisse Aggressivität, die zu zahlreichen Freiwürfen führte. „Ich bin stolz, wie wir die erste Halbzeit gespielt haben“, sagte Jesús Ramírez, der seine Mannschaft für das präzise Spiel in den ersten beiden Vierteln lobte. Allerdings schlugen Martin Peterka und Co. trotz je acht Punkten aus Freiwürfen und zweiten Chancen zu wenig Kapital aus der bis hierhin gezeigten Leistung, weil die Dreierquote auf 21 Prozent sank und sie fünfmal den Ball verloren. Die Bamberger blieben dadurch im Spiel und hatten mit dem letzten Wurf das 41:41 zur Halbzeit erzielt.

 

Der Auftakt in die zweite Spielhälfte ließ aber Gutes verhoffen. Denn die Löwen legten mit drei erfolgreichen Dreiern los wie die Feuerwehr und führten schnell mit 50:41. Bambergs Coach Oren Amiel nahm sofort eine Auszeit und darauf änderte sich das Spiel. Es war, als sei bei den Löwen der Stecker gezogen worden. Zuerst schwand der offensive Rhythmus. TJ Crockett hatte eh einen schwarzen Tag von der Dreierlinie erwischt und traf lange selbst offene Würfe nicht. Aber auch seine Kollegen ließen plötzlich vieles liegen und verloren auch defensiv den Zugriff. Die Löwen konnten die wesentlich energievoller spielenden Baskets oftmals nur mit Fouls stoppen, was wiederum zu zehn Bamberger Freiwürfen führte. Dabei war das Ramírez-Team noch im Glück, weil die Hausherren etliche dieser Möglichkeiten nicht nutzen. Aber die Baskets hatten dennoch reichlich Oberwasser. Sie hatten sich in der 27. Minuten die 55:54-Führung geholt und überrannten die Löwen förmlich, bei denen die Köpfe und Schultern runtergingen.

 

„In einer ganz entscheidenden Phase des Spiels haben wir unseren Plan verlassen und das Spiel ging in die Richtung der Bamberger“, sagte der Löwen-Headcoach über das dritte Viertel, das mit einem 12:0-Lauf für die Oberfranken endete (67:56). Die Löwen gaben diesen Abschnitt mit 15:26 ab und waren mittlerweile bei nur noch 38 Prozent Feldtrefferquote angekommen. Zudem hatten die jetzt vor Selbstvertrauen strotzenden Bamberger die Rebounds besser in den Griff bekommen und spielten angeführt vom nicht mehr zu stoppenden Zach Copeland im „Flow“. Ganz anders sah das bei den Löwen aus, da lief auch im letzten Viertel lange kaum was zusammen. Die Würfe fielen weiterhin sehr selten und defensive Stopps waren Mangelware, weshalb sie nach 36 Minuten mit 20 Punkten hinten lagen (61:81). Erst nach diesem hohen Rückstand fanden TJ Crockett und seine Kollegen wieder ein wenig Rhythmus, allerdings war das zu viel spät.  

 

Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Zunächst einmal Glückwunsch an Bamberg. Das Spiel war heute ein harter Kampf beider Mannschaften. Ich bin stolz, wie wir die erste Halbzeit gespielt haben. Wir haben hier unsere Sachen sehr präzise gespielt und das Spiel gut begonnen. Dann aber haben wir genau die gleichen Sachen weitergemacht, obwohl sie nicht mehr funktioniert haben. Wir müssen begreifen, dass es in fremder Halle nicht nur darauf ankommt, Würfe zu treffen. Man muss an seinem Gameplan festhalten. Das ist uns lange Zeit gelungen, aber in einer ganz entscheidenden Phase des Spiels haben wir unseren Plan verlassen und das Spiel ging in die Richtung der Bamberger. Insgesamt ist es ein hochverdienter Sieg für Bamberg. Ich hoffe, dass wir von genau diesem angesprochenen Punkt, als das Spiel plötzlich in die andere Richtung ging, etwas lernen können.“   

Oren Amiel (Bamberg Baskets): „In der ersten Halbzeit waren wir an den Brettern beim Rebound nicht gut. Das sah in der zweiten Halbzeit dann ganz anders aus und hat es uns dann natürlich auch viel einfacher gemacht. Wir haben in der zweiten Hälfte viel besser beim Rebound agiert und das hat uns geholfen, einige leichte Korberfolge zu bekommen und in einen Flow zu kommen. Die Mannschaft hat über die gesamte Spielzeit gekämpft, auch nach dieser schweren Phase gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit und wir haben uns zurückgearbeitet und heute auch gewonnen. Die Stimmung in Arena war wieder großartig und ich hoffe, dass wir unseren Fans heute ein wenig Spaß bereitet haben.“ 

Basketball Löwen: Crockett Jr. 10, N. Tischler 2 (5 Rebounds), Zylka 8 (3 Assists, 3 Ballgewinne), Bango 10 (6 Rebounds), Fru 9, B. Tischler 8, Rorie 5 (6 Assists), Peterka 14, Njie 4 (5 Assists), Sylla 8.

Bamberg Baskets: Gray 2, Herzog, Copeland 27 (6 Rebounds, 3 Assists, 3 Ballgewinne), Johnson 2 (6 Assists), Nelson 4 (5 Rebounds), Tadda 6, Wohlrath 4 (5 Rebounds), Kameric n.e., Woodbery 16 (5 Rebounds, 3 Assists), Heckmann 5 (5 Assists), Onu 11, Stanic 15 (7 Rebounds).




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