Ludwigsburg schnappte sich 17 Offensiv-ReboundsAuch im zweiten Heimspiel der easyCredit BBL-S

Auch im zweiten Heimspiel der easyCredit BBL-Saison 2022/23 ist es nichts mit dem ersten Sieg für die Basketball Löwen Braunschweig geworden: Die haben am heutigen Sonntagnachmittag vor 2.122 Zuschauern in der Volkswagen Halle mit 66:80 (38:31) gegen den Champions League-Teilnehmer MHP RIESEN Ludwigsburg verloren. Dabei war die erste Halbzeit vielversprechend. Da spielten die jungen Löwen gut auf, kontrollierten ab Mitte des ersten Viertels das Geschehen auf dem Parkett und waren ihrem Gegner in der physischen Spielweise mindestens ebenbürtig. Alles zusammen führte zu einer zwischenzeitlichen 14-Punkte-Führung. Doch mit Beginn der zweiten Spielhälfte schraubten die RIESEN ihre Intensität nach oben, verteidigten härter und durchbrachen damit den Spielfluss der Mannschaft von Löwen-Headcoach Jesús Ramírez. Die tat sich zunehmend schwerer, zu erfolgreichen Abschlüssen zu kommen und verlor allein in der zweiten Hälfte 13-mal den Ball. Doch obwohl die Ludwigsburger auch bei den Offensiv-Rebounds immer stärker wurden, gestalteten die Löwen die Partie bis zur 34. Minute eng (64:66). Dann folgte jedoch ein Einbruch, der in einem 14:0-Lauf für die Gäste resultierte und das Spiel entschied. Bei den Löwen, die weiterhin auf Benedikt Turudic und Gian Aydinoglu verzichten mussten, war David Krämer mit 18 Punkten Topscorer. Für Ludwigsburg war Isaiah Whitehead mit 17 Zählern am erfolgreichsten.

Nach einem guten Start ins Spiel übernahmen die Gäste zunächst mehr das Ruder. Sie waren in ihren Aktionen konsequenter und bestraften die Löwen-Fehler, weshalb das Ramírez-Team mit 9:17 in Rückstand geriet (6. Min). Der Löwen-Headcoach unterbrach den RIESEN-Lauf mit einer Auszeit und nach dieser kamen David Krämer & Co. mit Pauken und Trompeten zurück. Vorne erarbeiteten sie sich durch Brandon Tischler und Jannik Göttsche wichtige zweite Chancen und hinten machten sie dicht: Für die Gäste gab es bis zum Ende des ersten Viertels keinen erfolgreichen Abschluss mehr. So kamen die Löwen, bei denen alle etwas zur Aufholjagd beisteuerten, nicht nur heran, sondern gingen durch Youngster Sananda Fru auch in Führung.

Insgesamt war es ein 12:0-Lauf, der den Löwen die 21:17-Führung nach zehn Minuten bescherte. Und die blieben auch im zweiten Viertel konsequent am Drücker. Sie waren griffiger, spielten schnell nach vorne und bauten ihren Vorsprung angetrieben von David Krämer Stück für Stück aus. Zur Mitte des Viertels lagen die Löwen nach einem weiteren Offensiv-Rebound und aufgrund besserer Feldtrefferquoten völlig verdient mit 14 Punkten vorne (35:21). Allerdings machten sie sich die bis hierhin gute Leistung selbst ein wenig zunichte, weil sie in den verbleibenden Minuten bis zur Pause fahriger wurden, einige Male den Ball verloren und dann auch noch ein unsportliches Foul gegen sich gepfiffen bekamen. Nichtsdestotrotz ging das Ramírez-Team mit sieben Punkten Vorsprung in die Halbzeit (38:31).

Aus der kamen die Gäste aber deutlich besser zurück, die nun sowohl in der Verteidigung, aber auch in Sachen Physis anzogen. Das machte sich in mehreren Bereichen bemerkbar: Die Löwen bewegten den Ball nicht mehr so gut und verloren ihn immer häufiger, während die Ludwigsburger sich mehrfach zweite Chancen erarbeiteten. Sieben Punkte aus Offensiv-Rebounds erzielten die RIESEN im dritten Viertel – zwei davon gelangen ihnen zum 44:41 in der 25. Minute. Das Spiel war so wieder völlig offen geworden, allerdings zermürbten die Gäste die Löwen mit ihrer Spielweise. Bei Amaize und Kollegen schwand als Folge die zuvor gezeigte Durchsetzungskraft, was auch mit einer sinkenden Trefferquote einherging. Sie kamen im dritten Viertel nur auf 13 Punkte, die Gäste erzielten hingegen 24.

Folglich ging es mit einem Vier-Punkte-Rückstand ins letzte Viertel (51:55) und das sollte trotz hoher Fehlerquote auf Löwenseite bis zur 34. Minute eng blieben. Da hatte Robin Amaize das 64:66 erzielt, er und sein Team waren dran. Doch dann war plötzlich ein totaler Bruch im Spiel. Die Löwen verloren viermal den Ball und vergaben zudem einige gute Chancen. „Wir sind in den letzten fünf bis sechs Minuten verschwunden“, sagte Jesús Ramírez nach dem Spiel. Tatsächlich bekamen die Löwen gegen den starken Verteidigungsdruck der RIESEN kaum noch klare Aktionen zustande und kassierten in dieser Schlussphase einen 14:0-Lauf der Gäste zum 64:80. Damit war die Niederlage besiegelt.



Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Wir haben ein physisches Spiel erwartet und das war es auch. Ich glaube, wir waren gut vorbereitet und das haben wir in der ersten Halbzeit auch gezeigt. Da haben wir versucht, Antworten zu finden und haben guten Basketball gespielt. Natürlich haben wir dennoch Fehler gemacht und waren nicht perfekt. Aber in der zweiten Halbzeit und vor allem in den letzten fünf bis sechs Minuten sind wir verschwunden. Vielleicht hatten wir keinen Sprit mehr oder waren mental nicht mehr anwesend. Das ist für heute ok, aber das muss dann der nächste Schritt sein, an dem wir arbeiten müssen. Wir müssen auch in den letzten sechs Minuten bereit sein und dürfen uns dann nicht so einen 0:14-Lauf einfangen.“

Josh King (MHP RIESEN Ludwigsburg): „Es war ein schweres Spiel und das wussten wir auch. Braunschweig spielt hart und hat einen guten Mix an Spielern. Sie haben es uns in der ersten Hälfte wirklich schwer gemacht und uns zu Ballverlusten gezwungen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann etwas mehr beruhigt, einige Würfe getroffen und hatten vor allem einige wichtige Stopps. So konnten wir glücklicherweise den Sieg holen.“

Basketball Löwen: Krämer 18, N. Tischler 4, van Slooten, Bango 10 (7 Rebounds), Fru 5, Göttsche 2, B. Tischler 7 (8 Rebounds), Sehnal 3, Amaize 10, Hobbs 10 (6 Rebounds, 7 Assists).

MHP RIESEN Ludwigsburg: Whitehead 17, Bähre, Jacob Patrick 5, Hubb 11 (4 Assists), Roberson 10 (7 Rebounds), Johannes Patrick, Shungu 7, Dunn 11, Polas Bartolo 5 (5 Rebounds), Hartmann, Johnson 8 (12 Rebounds), Edigin 6.





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