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Defensivleistung ab zweitem Spielabschnitt war der Schlüssel

Löwen News

Die Vorzeichen vor der heutigen Auswärtspartie bei Brose Bamberg waren nicht gut. Nachdem die Basketball Löwen ohnehin auf Co-Kapitän Benedikt Turudic (Sprunggelenk) und Gian Aydinoglu (Pferdekuss) verzichten mussten, fiel ihnen auch noch Jilson Bango aus. Der Löwen-Center hatte sich am Samstag gegen Bamberg einen Fingerbruch zugezogen und muss aufgrund dessen mehrere Wochen pausieren. Für die Löwen bedeutete dies, dass sie wie schon so oft in den vergangenen Wochen improvisieren mussten – und das gelang ihnen dieses Mal mit Erfolg. Zwar fehlte ihnen im ersten Viertel in der Brose Arena noch der nötige defensive Zugriff (20:27), doch änderten sie das in den zweiten zehn Minuten und hielten das defensive Niveau laut Headcoach Jesús Ramírez über das restliche Spiel hoch. Das war neben einem erneut gewonnen Rebound-Duell und einer Offensive mit guter Entscheidungsfindung ausschlaggebend dafür, dass die Löwen nach dem verlorenen ersten Viertel alle weiteren für sich entschieden. Am Ende stand damit nach zuvor neun Niederlagen in Folge der vollkommen verdiente und so wichtige 92:83-Sieg (42:45). Dabei trafen fünf Löwen zweistellig: Braydon Hobbs war mit 19 Punkten am erfolgreichsten, David Krämer folgte ihm mit 18 Zählern. Zudem war Dustin Sleva mit acht Punkten im letzten Viertel ganz wichtig und kam am Ende auf 14 Zähler.

Die Löwen waren wie schon in der Partie am Samstag bei den Rebounds sehr präsent. Allein im ersten Viertel griffen sie sich sechs Abpraller am offensiven Brett und machten daraus acht Punkte. Überhaupt lief es in Korbnähe gut für das Ramírez-Team, das zog konsequent zum Korb und traf in den ersten zehn Minuten 71 Prozent aus dem Zweierbereich. Aber das Problem: Von der Dreierlinie ging einfach nichts, bei acht Versuchen fiel kein Wurf durch den Ring. Das sah bei den Bambergern besser aus, die aus dem Feld 71 Prozent versenkten. So war es fast folgerichtig, dass die Gastgeber mit einer 27:20-Führung ins zweite Viertel gingen.

Der Rückstand wuchs schnell auf zehn Punkte an (22:32), aber davon erholten sich die Löwen wieder. Die schoben sich über gute Verteidigungsaktionen langsam wieder heran, trafen aber auch endlich ein paar Dreier. Braydon Hobbs hatte den ersten in der 13. Minute verwandelt und kurz darauf einen weiteren zum 34:37 getroffen. Das war der Auftakt eines 9:2-Laufs für die Löwen, die den Bambergern die Würfe viel schwerer als noch im ersten Viertel machten. Die Defense-Leistung seiner Mannschaft im zweiten Viertel machte Headcoach Jesús Ramírez auch als Schlüssel für den weiteren Verlauf des Spiels aus. Aber erst einmal hatte sie mit zur ersten Löwen-Führung in der 17. Minute (40:39) geführt.

In die Pause ging es allerdings mit einem 42:45-Rückstand, ehe David Krämer zurück auf dem Parkett durchstartete. Die Bamberger hatten den Löwen-Topscorer in der ersten Halbzeit weitestgehend aus dem Spiel genommen. Aber jetzt war er kaum zu halten, bekam seine Würfe und erzielte in den ersten vier Minuten acht Punkte, darunter waren auch zwei Dreier. Die Bamberger standen dem aber in nichts nach und hielten deshalb auch lange Zeit ihre knappe Führung. Die kippte erst wieder, nachdem Luc van Slooten fünf Punkte in Folge zum 66:64 (29. Min.) erzielte. Darunter war auch ein Dreier, es war bereits der vierte Löwen-Dreier in diesem Viertel. Den fünften erfolgreichen Wurf von der 6,75-Meterlinie versenkte schließlich Braydon Hobbs – und der bedeutete die erneute Führung seiner Mannschaft.

Die ging mit 69:68 in die letzten zehn Minuten und hier legten Hobbs sowie Krämer sofort mit zwei weiteren Dreiern zum 75:70 nach. Aber diese fünf Punkte Vorsprung hatten die Löwen auch schon am Samstag im letzten Viertel gehabt und konnten sie nicht halten. Das passierte auch jetzt. In der 35. Minute waren die Bamberger wieder mit 75:77 vorne. Jesús Ramírez nahm eine Auszeit und aus der kam sein Team und allen voran Dustin Sleva stark zurück. Der Power Forward, der aufgrund des Ausfalls von Jilson Bango und Benedikt Turudic auch auf der Fünf agieren musste, hatte Ende des dritten Viertels bereits sein viertes Foul erhalten. Das hinderte ihn aber nicht daran, jetzt vorne wegzugehen. Er erzielte in den letzten vier Minuten acht Punkte und war neben der weiterhin starken Verteidigung der Löwen ausschlaggebend für die 86:79-Führung. Die hatte Sleva 69 Sekunden vor dem Spielende erzielt und das bedeutete den so wichtigen und erlösenden Sieg.

Trainerstimmen:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Es war ein erneuter Kampf, wie am Samstag. Aber heute haben die Details in unsere Richtung ausgeschlagen. Das zweite Viertel war für mich der Schlüssel, weil wir da defensiv Stolz und alles gezeigt haben. Anschließend haben wir dieses defensive Niveau gehalten. Und offensiv hatten wir wieder wenig Ballverluste. Wir sahen innen wie außen ausbalancierter aus, haben den Ball in den entscheidenden Momenten in die richtigen Hände gegeben und diese Person hat das richtige Play ausgeführt. Mein Glückwunsch geht an die Spieler, die Maschinen.“

Oren Amiel (Brose Bamberg): „Wir waren heute nicht gut. Beziehungsweise anders: Sie haben es heute besser gemacht als wir. Wir waren ein bisschen zu zuversichtlich nach unserem Lauf der letzten Spiele. Wir haben die Energie vermissen lassen, die es für solche Art von Spielen braucht. In den vergangenen Wochen haben wir gut verteidigt, heute hatte es etwas von Euro Disney.“

Basketball Löwen: Krämer 18 (5 Rebounds), N. Tischler 11 (6 Rebounds), van Slooten 5 (3 Assists), Myles 10, Fru 3, Göttsche 2, B. Tischler 4, Sleva 14 (8 Rebounds), Amaize 6 (5 Assists), Hobbs 19 (3 Assists).

Brose Bamberg: Blunt, Miller 17 (6 Assists), Bell 4, Wohlrath 4, Simmons 14, Sonnefeld n.e., Bohacik 10 (8 Rebounds), Chachashvili 10 (5 Rebounds), Young 12, Heckmann 2, Sengfelder 8.




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