Amaize: „Müssen an uns als Team und an unsere Fähigkeiten glauben“

Löwen News

Die englische Woche endet für die Basketball Löwen Braunschweig mit einer großen Herausforderung. Nach den in den vergangenen Tagen erlittenen und kräftezehrenden Overtime-Niederlagen gegen die MLP Academics Heidelberg und auswärts bei den Rostock Seawolves sind am morgigen Samstag die offensivstarken Telekom Baskets Bonn zu Gast. Das Team von Headcoach Tuomas Iisalo, der in der vergangenen easyCredit BBL-Saison zum Trainer des Jahres gekürt wurde, hat bereits voll an Fahrt aufgenommen und rangiert nach zwei Ligasiegen auf dem vierten Platz. Tip-Off der Begegnung in der Volkswagen Halle ist um 18 Uhr, Tickets sind im Onlineshop, in der Konzertkasse in den Schloss-Arkaden und über die Ticket-Hotline (0531-7017288) erhältlich.

Der Bonner Express rollt schon wieder. Das ist die Erkenntnis aus den ersten Wochen der neuen Saison. Nachdem die Iisalo-Mannschaft in der vergangenen, für sie sensationellen Spielzeit erst im Playoff-Halbfinale ausgeschieden war, scheint sie nahtlos an diese vorherigen Leistungen anzuknüpfen. Zwar mussten die Telekom Baskets unter anderem den letztjährigen Saison-MVP Parker Jackson-Cartwright und auch Leistungsträger Javontae Hawkins ziehen lassen, haben sich allerdings auf der Spielmacher-Position mit TJ Shorts den besten BBL-Offensivspieler der vergangenen Spielzeit geangelt. Der quirlige Point Guard passt wie sein Vorgänger perfekt ins schnelle Iisalo-System und präsentiert sich mit 19 Punkten und acht Assists im Schnitt bereits in MVP-Form. Ein weiterer Grund dafür, dass es für die Bonner schon wieder rund läuft, ist das gebliebene Quintett um Jeremy Morgan (16,5 PpS), Tyson Ward (9,0 PpS), die Nationalcenter Leon Kratzer (7,0 PpS) und Michael Kessens (verletzt) als auch Karsten Tadda. Sie haben die Iisalo-Philosophie verinnerlicht, in die sich die Neuzugänge Sebastian Herrera (12,5 PpS), Finn Delany (12,5 PpS) und Guard Zach Ensminger (6,0 PpS) gut eingefunden haben. Lediglich die ebenfalls neuen Forwards Collin Malcolm und Deane Williams scheinen sich noch etwas akklimatisieren zu müssen, was die Mannschaft derzeit aber gut kompensiert.

Das zeigen nicht nur die ersten beiden BBL-Siege über die Würzburg Baskets (96:71) und Brose Bamberg (84:76), sondern auch die denkbar knappe Pokal-Achtelfinal-Niederlage gegen das starke ALBA BERLIN (95:98) und die Auftritte in der Basketball Champions League. In diesem internationalen Wettbewerb haben die Bonner knapp gegen Reggio Emilia verloren (84:88) und mit zwölf Punkten Vorsprung gegen Pinar Karsiyaka (83:71) gewonnen. „Bonn ist in der BBL gerade vermutlich zusammen mit ALBA BERLIN das beste und heißeste Team“, sagt Löwen-Kapitän Robin Amaize über die wurfstarken Telekom Baskets, die eine ähnliche Spielphilosophie wie die Heidelberger und Rostocker verfolgen. Laut Headcoach Jesús Ramírez seien deshalb beide vorherigen Partien in dieser Woche eine sehr gute Vorbereitung auf das nun schwierigste der drei Spiele gewesen. „Bonn hat auch einen kleinen Point Guard, der innerhalb eines Spiels 40 Entscheidungen trifft. TJ Shorts kreiert irgendwann einen Vorteil und gibt den Bonnern viele Möglichkeiten, unter anderem auch zum Werfen. Sie werfen ohnehin sehr viel und gut.“

Genau genommen ist der morgige Löwen-Gegner derzeit das beste Team von der Dreierlinie: Angeführt von Shorts (3er-Quote: 71,4 Prozent) und Morgan (3er-Quote: 64,3 Prozent) versenken die Telekom Baskets 45,6 Prozent im Schnitt, die zur gegenwärtig fünftbesten Punkteausbeute in der BBL beitragen (90,0 PpS). Die Löwen haben aus der Distanz bislang kaum Rhythmus und verwandeln nach drei Ligaspielen lediglich 27,9 Prozent vom Perimeter. Außerdem spielt die Iisalo-Mannschaft sehr schnell, was den Löwen nach dieser harten Woche einiges abverlangen wird. „Einige Spieler waren und sind angeschlagen und werden heute wahrscheinlich erst wieder trainieren, andere haben müde Körper“, sagt Ramírez und fährt fort: „Wir haben versucht, uns von den beiden Spielen zuvor zu erholen und morgen so frisch wie möglich in das Spiel zu gehen.“

Robin Amaize gibt zu Protokoll, dass er fit sei und ebenso wie seine Teamkameraden morgen alles geben werde. Aber um gegen die Bonner zu bestehen, ist für ihn neben dem physischen Aspekt noch ein anderer Punkt entscheidend: „Wir müssen gegen Bonn mit viel Selbstvertrauen reingehen und an uns als Team und unsere Fähigkeiten glauben und diese zeigen“, so der Kapitän. Die vergangenen knappen und durch viele eigene Fehler verursachten Niederlagen nagen sicherlich daran. Aber das Selbstvertrauen würde laut Ramírez kommen und automatisch wachsen, wenn seine Mannschaft zwei, drei Schlüsselaspekte des Spiels verbessert. „Wenn uns das gelingt, dann bringen wir uns in eine gute Situation, in der unser Talent noch sichtbarer und alles andere automatisch besser wird.“ Diesen Glauben hat er auch bei den Freiwürfen, die trotz des täglichen ausgiebigen Trainings zuletzt immer schlechter getroffen wurden und mitentscheidend für die Niederlagen waren. „Wenn es in der Ausführung unseres Spiels ein bisschen mehr ,klickt‘ und unser Selbstvertrauen dadurch ein bisschen größer wird, dann werden auch unsere Freiwürfe besser fallen. Ich bin davon überzeugt, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt und das Selbstvertrauen hier entscheidend ist“, so der Löwen-Headcoach, der sich dieses „Klicken“ sicherlich schon gegen Bonn erhoffen dürfte.




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